Inkontinenz – noch immer ein Tabuthema

Obwohl viele Menschen stark unter den Folgen von Harninkontinenz oder Blasenschwäche leiden, wird diese Krankheit aus falscher Scham noch immer vertuscht. Die Betroffenen trauen sich wegen ihres Leidens immer weniger zu und vereinsamen deshalb oft. Dies ist besonders bei älteren Frauen der Fall. Sie machen die Hauptgruppe der Betroffenen aus, jedoch kann Inkontinenz auch bei Menschen jeden Alters und beider Geschlechtsgruppen auftreten.

inkontinenzDass vor allem Frauen unter dieser Krankheit leiden und die Gefahr, im fortgeschrittenen Alter daran zu erkranken zunimmt, hat verschiedene Gründe.

Zum einen ist der Körperbau einer Frau so beschaffen, dass die Krankheit bei einer Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur auftreten kann. Dies ist oft der Fall, wenn eine Frau mehrere Kinder geboren hat. Da die Muskulatur der Blase und der Harnleiter eng mit der Beckenbodenmuskulatur verbunden sind, kann das Veschlusssystem der Blase in Mitleidenschaft gezogen werden und den Harn nicht mehr kontrolliert ablassen.

Auch die Hormonumstellung während der Menopause kann eine Blasenschwäche auslösen. Die Blase kann durch einen Hormonmangel an Elastizität verlieren und auch die Schleimhäute, welche die Blase auskleiden, werden trockener. Dadurch können Schwierigkeiten beim Halten des Harns auftreten.

Eine Reizblase kann sich aufgrund chronischer Entzündungen oder falscher Trinkgewohnheiten entwickeln. Auch zu häufiges Wasserlassen führt mit der Zeit zu einem gereizten Zustand der Blase.

Normalerweise wird der Drang, Harn abzulassen über das Nervenzentrum gesteuert. Auch hier können Störungen auftreten, die zu Inkontinenz führen. Meist tritt dieses Problem bei älteren Menschen auf, die unter Verwirrtheitszuständen leiden. Die komplizierte Steuerung des Harnlassens und des Schließmuskels der Harnröhre kann dann nicht mehr zuverlässig kontrolliert werden.

Für die meisten Formen der Inkontinenz gibt es vielversprechende Möglichkeiten der Heilung. In einem vertrauensvollen Gespräch mit dem Hausarzt kann zuerst einmal eine Diagnose darüber erstellt werden, welche Art der Inkontinenz vorliegt. Dabei unterscheidet man drei Arten:

Die häufigste Form ist die Stress-Inkontinenz. Hier kann der Harndrang bei einem Druckanstieg in der Bauchhöhle nicht mehr kontrolliert werden. Dieser kann durch das Bewegen schwerer Gegenstände, heftiges Lachen, Niesen oder Husten ausgelöst werden.

Die Drang-Inkontinenz wird in den meisten Fällen durch eine Entzündung der Harnwege hervorgerufen. Auch eine Verkleinerung der Blase durch zu häufiges Wasserlassen führt zu einer Drang-Inkontinenz und dazu, dass sich die Blase plötzlich zusammenzieht und der Harn unaufhaltsam abgeht.

Bei der Überlauf-Inkontinenz verspürt man einen starken Harndrang, jedoch kann sich die Blase nicht vollständig entleeren und ist permanent prall gefüllt. Es gehen kleine Mengen Urin unkontrolliert ab. Die Ursache für eine Überlauf-Inkontinenz liegt in einer Einengung der Harnwege. Dies ist die Form der Inkontinenz, die bei Männern häufiger durch eine Vergrößerung der Prostata auftritt.

Zu den grundlegenden Behandlungsformen bei Inkontinenz gehören das Blasenentleerungstraining und das Beckenbodentraining. Wenn bei der Diagnose ein Hormonmangel festgestellt wird, kann man die Krankheit mit einem Östrogenpräparat in den Griff bekommen. Zu einem operativen Eingriff wird man sich immer erst dann entscheiden, wenn alle anderen Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg gezeigt haben. Die natürlichen Behandlungsmethoden haben auch bei einer nachfolgenden Operation einen positiven Einfluss auf die Heilung der Inkontinenz.

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