Organspenden – keine leichte Entscheidung

In den letzten Monaten hat das Thema der Organspenden leider viele unangenehme Schlagzeilen gemacht. Viele Menschen und vor allem Spender fragen sich nun, wie es eigentlich zu so einem Skandal kommen kann und warum nicht schon viel eher gehandelt wurde. Die Organspende in Deutschland ist ein komplexes System, welches in drei Stufen aufgebaut ist, so dass in den bekannten Fällen Regensburg und Göttingen kaum zu ermitteln ist, wer nun am Ende seine Aufsichtspflicht verletzt hat. Den dadurch entstandenen Vertrauensverlust sollen nun neue Gesetze und ein verbessertes Kontrollsystem wieder herstellen.

organspendenFür den Einzelnen gehört die Entscheidung zur Organspende zu einem der wichtigsten Schritte seines Lebens. Deshalb ist es unerlässlich, sich gründlich mit diesem Thema auseinander zu setzten. Dazu gehört auch, zu wissen, wie die Organspende organisiert ist und wem sie nützlich sein kann. Über das neue Transplantationsgesetz wird die Bevölkerung ab dem Ende diesen Jahres regelmäßig dazu aufgefordert, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Die Krankenkassen wenden sich dann schriftlich an ihre Mitglieder und fragen, ob sie sich dafür entscheiden wollen, Organe nach ihrem Ableben oder dem Hirntod als Spende zur Verfügung zu stellen.

Verantwortlich für die Verteilung der Organe ist die Stiftung Eurotransplant. Sie arbeitet grenzüberschreitend in sieben Europäischen Ländern und unterhält für Deutschland eine Homepage, auf der sie über ihre Arbeit informiert. In Deutschland wird die Koordination der Organspenden über die Stiftung für Organtransplantation vorgenommen. Bei ihr erhält man als Spender umfangreiches Aufklärungsmaterial und kann auch über ein Infotelefon Kontakt mit der Stiftung aufnehmen.

Wenn man sich grundsätzlich für eine Organspende entschieden hat, erhält man einen Spenderausweis. Diesen stellen die Krankenkassen aus oder man kann ihn bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bestellen, die beide auch eine wichtige Rolle als Ansprechpartner bei allen Fragen zur Organspende übernehmen.

Ein einziger Spender kann bis zu sieben Leben retten. Neben den Nieren, die bei der Organspenden den wichtigsten Platz einnehmen, werden auch das Herz, die Lunge, die Leber, die Bauchspeicheldrüse und der Dünndarm für Transplantationen verwendet. Daneben kann bei einer Gewebespende die Hornhaut der Augen verpflanzt und das Sehvermögen des Empfängers teilweise wiederhergestellt werden. Bei Unfallopfern kann eine Amputation verletzter Gliedmaßen mit Hilfe von gespendeten Gewebematerial, zu dem auch Knochen gehören, vermieden werden.

Ein Teil des gespendeten Gewebes wird auch in der Schönheitschirurgie verwendet. Dies steht im Gegensatz zu den ethischen Überzeugungen vieler Spender. Die Gesetzgebung lässt hier ebenso wie auch bei den Organspenden eine Einflussnahme des Spenders zu. Als Spender kann man die Verwendung von Gewebe in der Schönheitschirurgie oder von einzelnen Organen ausschließen, indem man dies auf seinem Spenderausweis ausdrücklich vermerkt.

Copyright © 2014 iisli.com All rights reserved.

Impressum